Es geht nicht um Motoren oder das Stimmen von Streichinstrumenten für Anglophile, sondern um Software. Das ist schließlich mein Job.
Damit sind wir wieder zurück in der harten Arbeitswelt. Naja, so hart ist sie in Indonesien ja nicht. Ich erinnere an dieses treuherzige Versprechen, das man mir einmal gemacht hat, als ich nach einem Verfügbarkeitsdatum gefragt habe: “Maybe as soon as possible”. In diesem Stil geht es weiter.
Ich bin hergekommen, weil die Echtzeit-Anwendung, die ich im vergangenen Jahr gebaut hatte (mehr dazu zum Beispiel hier), ein paar Probleme mit dem Durchsatz hatte. Und außerdem könnte ich doch noch dieses SMS-Geschichte aus dem Februar … oh, das habe ich noch gar nicht berichtet, das wird sehr bald nachgeholt! Und wenn dann noch Zeit bleibt, gäbe es da einen “Change Request” … Ihr seht schon, meine Aufgaben waren wieder einmal mit beispielhafter Klarheit umrissen, so wie ich es in meinen indonesischen Projekten gewohnt bin.
Als erstes stand die Steigerung des Durchsatzes an. Die Software-Welt spricht hier wirklich von Tuning. Das war nun eine leichte Übung. Der Engpass war eigentlich schon vorher klar, aber es waren ein paar Gespräche nötig, um den Kunden davon endgültig zu überzeugen und den Weg absegnen zu lassen, auf dem das Problem beseitig werden sollte. Der Rest war eine kleine, feine Programmierübung, die in zwei Tagen beendet war. Einen halben Tag habe ich noch mit Messungen verbracht, um zu demonstrieren, dass die Anwendung jetzt gut sechsmal schneller läuft als vorher. Damit war klar, dass unser Kunde in den nächsten Jahren mit der Hardware und mit den Software-Lizenzen auskommen wird, die er schon hat. Entsprechend breit war das Lächeln, das mir entgegen strahlte. Ehrlich gesagt hätten die Entwickler hier alles selbst machen können. Sie haben die Fähigkeiten dafür, aber es mangelt an der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die schiebt man lieber auf den Hersteller ab. Für uns ist das durchaus akzeptabel, weil wir dadurch immer mal wieder vor Ort sind und erfahren, was gerade passiert, und was geplant ist.
Meine Arbeit und meine Anwesenheit hier haben dann auch dazu geführt, dass es intensive Diskussionen um einen “Change Request” gab, der zu einer wesentlichen Erweiterung des Funktionsumfangs führen wird. Die Spezifikationen waren so unklar, dass eine Aufwandsabschätzung völlig unmöglich war – und immer noch ist. Allerdings haben die Gespräche dann ergeben, dass man ohnehin erst das machen möchte, was mehr oder weniger klar ist, und das wird ziemlich einfach werden. Also stehen die nächsten Aktivitäten hier unmittelbar bevor. Wenn ich ganz großes Glück habe, schaffe ich einen Großteil schon diese Woche. Den Rest erledige ich dann im Home Office.
Demnächst mehr zu der ominösen SMS-Geschichte.
14. Juni 2011