Am Gardasee
michael 6. Juni 2009
Trient/Rovereto – Torbole/Malcesine: Wir haben unsere Zeitmaschine angeworfen und einen Tag gewonnen, indem wir die 6 Stunden Etsch-Deich zwischen Trient und Rovereto durch 14 Minuten Zugfahrt ersetzt haben. Der Weg von Rovereto nach Torbole am Gardasee entsprach dann wieder dem gewohnten Bild: er war wunderschön. Zunächst ging es noch an der Etsch entlang, kurz vor Mori kam der Abzweig zum Gardasee. Ein paar Kilometer dahinter stießen wir auf eine Pizzeria, die keine Wünsche offen ließ. Zwar waren die “Pizze ipocaloriche” aus, aber die normalen, sprich hyperkalorischen Pizzen waren toll. Das Abendessen können wir uns jedenfalls sparen.
Eine Entdeckung war der Lago di Loppio, ein Feuchbiotop, an dem wir in eine gewaltige Krötenwanderung geraten sind: Tausende winziger Kröten haben versucht, den Radweg zu überqueren. Nicht alle haben das überlebt, trotz Claudias Rettungsversuchen. Dann der Abstieg nach Torbole und der erste Blick auf den Gardasee, auf dem sich fast so viele Surfer herumtrieben wie vorher Kröten auf dem Radweg. Kein Wunder, bei dem Wind!
Nach einer kurzen Einkehr haben wir dann in Torbole die Schiffsfahrkarten nach Malcesine gekauft und uns auf eine kleine abendliche Seefahrt gefreut. Zu Fuß weiter zu gehen, kam hier nicht in Frage: über die Uferstraße, durch die Tunnel (Empfehlung des Wanderführers: Warnwesten). Kurz vor Abfahrt kam dann die Nachricht, dass heute kein Schiff mehr fährt, weil der Seegang das Anlegen zu gefährlich machte. Just in diesem Moment tauchten zwei junge Gleitschirmflieger mit einem Wohnmobil auf, die anboten, uns nach Malcesine mitzunehmen. Wir – hellbegeistert – nahmen das Angebot an und waren im Nu am heutigen Ziel. Die beiden kamen übrigens aus Wuppertal. Da kennen wir ja auch andere nette Menschen.
Hier machen wir erstmal einen Tag Pause, um unsere Füße für die letzten 10 Tage fit zu machen. Goethe hat ja hier auch verweilen müssen, allerdings weniger freiwillig.
Claudias Blasen-OP gestern verlief übrigens erfolgreich – der Fuss ist noch dran.
Der Limerick:
Es war ein Käpt’n in Malcesine*,
dessen Schiff hieß Apfelsine.
Es versank im Sturm,
denn es hatte ‘nen Wurm,
das löchrige Schiff aus Malcesine.
* Für alle südlich der Mainlinie: Mancherorts in Deutschland spricht man das wie Mal-ze-sine.
- Durchwachsenes Wetter
- 2 Kommentare
Nononono, lasst Euch mal von der mezzo-italiana sagen, dass man das ‘Mal-tsche-sine’ spricht, denn c und e wird zu ‘tsch’
Selbst ein Vollpreuße wie ich weiß das
Aber wenn Du mal nach Oer-Erkenschwick oder Castrop-Rauxel fährst, wirst Du andere Meinungen zur korrekten Aussprache (nicht nur) des Italienischen hören. Malzesine wie Apfelsine ist da noch eines der harmloseren Beispiele.