Beiträge der Kategorie 'Durchwachsenes Wetter'

Wieder daheim

claudia 21. Juni 2009

U-BahnVenedig – München: Wofür wir hin 27 Tage benötigten, haben wir mit der Bahn friedlich schlummernd in unserem Deluxe-Abteil nur 7,5 Stunden gebraucht. Mit nur 11 Minuten Verspätung sind wir ausgeschlafen um 6:41 im Münchner Hauptbahnhof eingelaufen.

Zu Hause war der Rucksack schnell ausgepackt – war ja nicht viel drin – und der Jogging-Schuh angezogen. Ja, wir sind dann wirklich direkt in den Englischen Garten zum Joggen. Danach duschen und ab in die Brez’n. Und siehe da – es kamen wirklich 9 Freunde zum angekündigten Weißwurstfrühstück. Das Frühstück ging dann nahtlos in ein Mittagessen über und löste sich erst am frühen Nachmittag auf. Ein toller Empfang!

In Kürze noch ein kleines Fazit und das war’s dann mit unserem Blog. Schade eigentlich.

Ultimo

michael 20. Juni 2009

MarktVenedig: Der letzte Tag vor der Heimreise!

Endlich haben wir uns heute mal etwas Zeit für den Rialto-Markt genommen, der ja direkt vor unserem Locanda-Fenster liegt. Scho schee, würde der Münchner sagen. Hier gibt es halt Brassen und Wolfsbarsche und Seeteufel und und und en masse. Aber zu sehr schwärmen wollen wir doch nicht, weil “unser” Viktualienmarkt ja auch Einiges zu bieten hat.

Der nächste Programmpunkt war die Redentore-Kirche auf Giudecca – stammt sie doch von Palladio. Aber auch der Venezianer muss mal heiraten (die Venezianerin besteht darauf!), deshalb ging das nicht. Also erstmal weiter. Auf dem Weg sind wir über eine Luigi-Nono-Fotoausstellung gestolpert, die uns ein nettes Mitbringsel für meinen komponierenden Sohn beschert hat.

Nach dem Essen (PIZZA!) habe ich mich in Richtung Giardini bewegt, um mal einen radikalen Ikonographiewechsel zu erleben (von Tintoretto zur Avantgarde) und mir zwei Stunden Biennale gegönnt. Claudia hat sich unterdessen auf einer Parkbank abgelegt. Wer von uns mehr davon hatte, sei jetzt mal dahingestellt. Der deutsche Pavilllon jedenfalls kommt gegen einen Ikea-Showroom nicht an, bei den Franzosen wird man eingesperrt … den Rest erspare ich Euch.

Abschließend sind wir doch noch in die Redentore-Kirche gekommen, über den Hafen (Riesen-Kreuzfahrt-Pötte lagen dort) zurück zum Hotel gefahren, haben unsere Siebensachen geholt und mit der einen oder anderen Spritzpause zum Bahnhof geschlendert. Gleich steigen wir ein und fahren ganz dekadent mit dem City-Nightline in einem Zweibett-Abteil mit Dusche und WC heim …

… und wirklich traurig sind wir nicht darum.

Nochmals Glückwünsche an Joan! Wir bitte um Entschuldigung für die 35 Minuten Verfrühung!

Wir sind da!

claudia 17. Juni 2009

Wir_sind_daDolo – Venedig: Einen Tag früher als geplant sind wir in Venedig angekommen. Die letzte Etappe haben wir durch eine kleine Busfahrt auf der “entzückenden” Staatsstraße abgekürzt und sind nur die letzten 5 km bis ans Meer gegangen, um von dort standesgemäß mit dem Schiff in Venedig einzulaufen.

Ein bisschen ergreifend ist es schon, nach 4 Wochen Marsch nun angekommen zu sein, jedoch sind wir – im Gegensatz zu Bozen – gar nicht in Feierstimmung. Vielleicht, weil die letzte Woche kein wirkliches Wandererlebnis mehr war.

Den Nachmittag sind wir einfach nur durch die Gegend gelatscht und haben die Stadt genossen. Spaß macht auch Busfahren (Vaporetto) auf dem Wasser! Besonders angehm in Venedig ist das absolute Fehlen von Autos, Motorrollern und Fahrrädern! Derer sind wir inzwischen wirklich überdrüssig. Natürlich gibt es auch hier eine Venedig-Card und die werden wir in den nächsten Tagen mit Besichtigungs- und Ausflugstouren natürlich gnadenlos ausschöpfen.

Hier unser letzter Limerick:

Ein schmächtiger Gondoliere aus Venedig,
der träumte tagein, tagaus selig
mal vorne zu sitzen
statt hinten zu schwitzen
der sehnsüchtige Gondoliere aus Venedig.

Übrigens: Den Blog werden wir noch bis zu unserer Heimkehr weiterführen und hinterher noch eine Zusammenfassung mit Zahlen, Daten, Fakten etc. schreiben.

P.S. Wir freuen uns jetzt auch auf zu Hause! Wer Lust hat, kommt doch einfach am Sonntag um 10:00 zum Weißwurstfrühstück in die Brez’n…

Ciao Gardasee!

claudia 9. Juni 2009

Regen_in_BardolinoTorri del Benaco – Bussolengo: Eine recht unspektakuläre Etappe, die uns teils auf der Straße, teils am See durch Garda und Bardolino führte. Hier konnten wir einen schönen Eindruck gewinnen, was am Gardasee WIRKLICH los sein kann. Uns hat es weiter oben deutlich besser gefallen. In Bardolino haben wir mittags einen Regenguss gemütlich ausgesessen und dann den See Richtung “Landesinnere” verlassen.

Am Zielort Sega gab es irgendwie kein Hotel. Unser komischer Führer empfahl eine Unterkunft in dem Ort vorher. Wieso gibt er Sega dann als Zielort an? In einer Bar erkundigten wir uns trotzdem nach dem nächsten Hotel, was unter den Gästen zu einer lautstarken und ausgedehnten Diskussion führte. Ergebnis: Auf nach Bussolengo, d. h. wir wackelten frohen Mutes noch ca. 8 km weiter. Diese haben wir dann für morgen gewonnen.

Heute gratulieren wir Ines ganz herzlich. Lass Dich schön feiern!!!

Unsere intellektuelle Herausforderung des Tages:

Ein Kreisläufer aus Bussolengo,
der träumte vom TuS Lemgo.
Er mühte sich redlich,
doch leider vergeblich,
der Handballer aus Bussolengo.

Am Gardasee

michael 6. Juni 2009

GardaseeTrient/Rovereto – Torbole/Malcesine: Wir haben unsere Zeitmaschine angeworfen und einen Tag gewonnen, indem wir die 6 Stunden Etsch-Deich zwischen Trient und Rovereto durch 14 Minuten Zugfahrt ersetzt haben. Der Weg von Rovereto nach Torbole am Gardasee entsprach dann wieder dem gewohnten Bild: er war wunderschön. Zunächst ging es noch an der Etsch entlang, kurz vor Mori kam der Abzweig zum Gardasee. Ein paar Kilometer dahinter stießen wir auf eine Pizzeria, die keine Wünsche offen ließ. Zwar waren die “Pizze ipocaloriche” aus, aber die normalen, sprich hyperkalorischen Pizzen waren toll. Das Abendessen können wir uns jedenfalls sparen.

Eine Entdeckung war der Lago di Loppio, ein Feuchbiotop, an dem wir in eine gewaltige Krötenwanderung geraten sind: Tausende winziger Kröten haben versucht, den Radweg zu überqueren. Nicht alle haben das überlebt, trotz Claudias Rettungsversuchen. Dann der Abstieg nach Torbole und der erste Blick auf den Gardasee, auf dem sich fast so viele Surfer herumtrieben wie vorher Kröten auf dem Radweg. Kein Wunder, bei dem Wind!

Nach einer kurzen Einkehr haben wir dann in Torbole die Schiffsfahrkarten nach Malcesine gekauft und uns auf eine kleine abendliche Seefahrt gefreut. Zu Fuß weiter zu gehen, kam hier nicht in Frage: über die Uferstraße, durch die Tunnel (Empfehlung des Wanderführers: Warnwesten). Kurz vor Abfahrt kam dann die Nachricht, dass heute kein Schiff mehr fährt, weil der Seegang das Anlegen zu gefährlich machte. Just in diesem Moment tauchten zwei junge Gleitschirmflieger mit einem Wohnmobil auf, die anboten, uns nach Malcesine mitzunehmen. Wir – hellbegeistert – nahmen das Angebot an und waren im Nu am heutigen Ziel. Die beiden kamen übrigens aus Wuppertal. Da kennen wir ja auch andere nette Menschen.

Hier machen wir erstmal einen Tag Pause, um unsere Füße für die letzten 10 Tage fit zu machen. Goethe hat ja hier auch verweilen müssen, allerdings weniger freiwillig.

Claudias Blasen-OP gestern verlief übrigens erfolgreich – der Fuss ist noch dran.

Der Limerick:

Es war ein Käpt’n in Malcesine*,
dessen Schiff hieß Apfelsine.
Es versank im Sturm,
denn es hatte ‘nen Wurm,
das löchrige Schiff aus Malcesine.

* Für alle südlich der Mainlinie: Mancherorts in Deutschland spricht man das wie Mal-ze-sine.

Honeymoon

michael 31. Mai 2009

MaulsSterzing – Mauls: In Sterzing sind wir nach einem endlich einmal zufriedenstellenden Frühstück in bester Laune aufgebrochen. Die Laune wurde noch besser, als wir uns am “Deutschmeisterhaus” über den Weg zanken konnten: Rad- oder Jakobsweg. Das Buch, über das Claudia gestern schon alles Nötige gesagt hat, empfahl den Jakobsweg, deshalb wollte ich den Radweg einschlagen. Sicher ist sicher! Claudia die Kühne bestand auf dem Jakobsweg. Also gut: auf ins Abenteuer. Das hat sich später als die deutlich bessere Wahl herausgestellt. Wir haben immer einen respektvollen Abstand von der Autobahn gewahrt und sind über angenehme Schotterwege bis in die Nähe von Mauls gelangt.

Und in Mauls lockte der Stafler mit “Romantik” und guter Küche. Da konnten wir Schleckermäuler nicht einfach weitergehen. Einmal vor Ort war der Entschluss schnell gefasst, den Wandertag abzukürzen, unseren Beinen einen halben Tag Ruhe zu gönnen und auch mal so etwas wie Honigmondstimmung aufkommen zu lassen. Nach einem Saunagang und bei einem Glas Prosecco streitet es sich so schön über jede einzelne Formulierung. Manno, wenn sie mich doch mal einfach etwas zu Ende schreiben lassen könnte!

Liebe Sabine N.! Wir gratulieren Dir ganz herzlich zum Geburtstag und stoßen auf Dich an!

Es war ein Stürmer aus Mauls,
der glänzte nur durch die Fouls.
Der Schiri ihm droht:
“Beim nächsten siehst rot!”,
dem schwachen Stürmer aus Mauls.

Kasspatzenschwere

claudia 28. Mai 2009

Völs – Patsch: Hinaus aus dem Inntal mit seiner doppelten “Wohltat” aus Autobahn und Flughafen, die in starkem Kontrast zu den kleinen Ortschaften und den Bergen drumrum stehen. Der angekündigte Anstieg hält sich auch heute in Grenzen, wir gehen ein paar sehr schöne Wege und genießen Aussichten auf die Berg-Isel-Schanze und hinein ins vertraute Stubaital.

Mittags dann zu Wiener Schnitzel (Michael) und Kasspatzen (ich) eingekehrt. Erst danach wird der Anstieg spürbar – zieht die reichhaltige Mahlzeit doch irgendwie immer nach hinten, und ich habe das Gefühl nicht vom Fleck zu kommen. In Patsch sitzen wir dann bereits um halb fünf geduscht,rasiert und frisiert beim Weißbier und auch die Wäsche ist bereits erledigt.

Ein munteres Mägdlein aus Patsch,
das nervte mit furchtbarem Klatsch.
Man klebt ihm ein Pflaster
quer über sein Laster,
dem redselgen Mägdlein aus Patsch.

Hinab ins Inntal

michael 27. Mai 2009

Michael_beim_BloggenSeefeld – Völs: Die Kaltfront ist da, und es regnet. Welch eine Wohltat! Gut eingehüllt und gut gelaunt brechen wir auf. Das bisschen Regen kann uns doch nicht schrecken. Erste Pause kurz vorm Einstieg in den Abstieg, am Riedsteig. Und danach wird es immer schöner. Das gilt für den Weg und das Wetter. Der Himmel wird heller, bald kommt das erste Blau, und der Pfad durch den Wald zwischen B177 und A12 ist ein Traum. Immer wieder öffnen sich Blicke aufs Inntal (leider nicht darüber hinaus, weil die Berge noch von Wolken verhüllt sind), und es geht sanft und stetig bergab. Mittagspause machen wir ausgerechnet im Rasthaus Zirlerberg an der B177. Den Stau auf der Straße quittieren wir mit einem Lächeln.

Dann vorbei an der Fragenburg-Ruine nach Zirl, hinunter zum Inn und nach Osten. Die Autobahn kommt näher, der Lärm nimmt zu, doch plötzlich sitzt doch ein leibhaftiger Wiedehopf vor uns! Wir halten den Augenblick im Video fest und freuen uns noch lange über diese unverhoffte Begegnung.

Danach wird’s öd. Ein paar Kilometer eingeklemmt zwischen Inn und Autobahn, aber auch das muss ja mal sein. Gut angekommen in Völs sitzen wir jetzt in einem schottischen Café mit freiem W-Lan (das muss ich so ausdrücken, um mich nicht dem Vorwurf des Product Placements auszusetzen) und schreiben unseren heutigen Limerick:

Eine reifere Dame aus Völs
die streifte gern nachts durchs Gehölz.
Da trat ihr ein Reh
genau auf den Zeh,
der verdatterten Dame aus Völz.

Die Berge so nah

claudia 24. Mai 2009

KochelseeBenediktbeuern – Urfeld am Walchensee: Nach einer aufregenden, aber zum Glück folgenlosen Nacht, in der Michael sein Abendessen nicht behalten wollte, sind wir im leichten Nieselregen, aber bei tropischen Temperaturen gen Walchensee aufgebrochen. Es war so warm, dass wir an eine Regenbekleidung gar keinen Gedanke verschwendet haben, den Regen haben wir als Erfrischung empfunden.

Begleitet von Feldlerche, Goldammer und Zilpzalp (sic!) wanderten wir erneut auf ebenen Wegen zum Kochelsee. Leicht frustriert stellte ich schon bald wieder Schmerzen in den Füßen fest, während bei Michael mal wieder nix schmerzte. Verdammt! Nach einer ausgiebigen Pause am Kochelsee war dann auch ich bereit für den Anstieg nach Urfeld.

Und siehe da, ich verwandelte mich von der schmerzgeplagten Bergschnecke in eine fröhliche Renngemse! Woran es gelegen hat? Keine Ahnung,aber bergraufgehen war nach den letzten Tagen in der Ebene irgendwie erholsam. Auf jeden Fall haben wir den An- und Abstieg nach Urfeld auf einer Backe abgesessen oder besser auf einem Bein abgeschritten und genießen nun vom Hotelbalkon die grandiose Aussicht auf den Walchensee und den Karwendel. Besonders schön ist es hier, wenn am Abend die Ruhe von Motorradfahrern und Autos einkehrt.

Heute kurz zur Ausrüstung:
Die Trinkschläuche oder -blasen sind klasse. Trinkt man doch viel häufiger und regelmäßiger. Allerdings muss man bei der Pausengestaltung viel disziplinierter sein, fallen die klassischen Trinkpausen ja nun weg.

Für die Freunde unserer Limericks:

Ein uralter Förster in Urfeld,
der fand ein Relikt aus der Urwelt.
Solch’ Knochen sind rar,
so ward er zum Star,
der berühmte Förster aus Urfeld.

Zum Schluss: Lustvoll bloggen? Marode Datenbankverbindungen, Funklöcher, lahme Verbindungen mit ewigen Wartezeiten, leere Akkus usw. stellen unsere Geduld schon auf eine Probe. Aber eines haben wir gewiss: Zeit!

Jacke an – Jacke aus

claudia 22. Mai 2009

Landgasthof-BergEbenhausen – Berg bei Eurasburg: Bei strömendem Regen starteten wir in Ebenhausen, um 10 Minuten später am Kloster Schäftlarn schon die Jacken wieder von uns zu werfen. So ging es dann bis Mittag noch ein paar Mal. Wir durchschritten sumpfige Auen bei Icking und sahen wunderschön blühende Wiesen neben der Loisach. Ab Mittag dann drohte uns der Himmel mit schlechtem Wetter, machte diese Drohung aber nie wahr. Wir hörten wohl von einem netten Eisverkäufer in Wolfratshausen, dass es in München hagelt – wir wurden verschont.

Verlaufen haben wir uns bislang noch nicht. Ich würde lediglich sagen, wir haben nicht immer den vorgegebenen Weg eingehalten. Selbstverständlich bleiben wir uns treu und diskutieren mehrdeutige Weggabelungen leidenschaftlich. Wer schon mal mit uns wandern war, weiß, was ich meine.

Jetzt zu den Wehwechen: Ich habe eine Blase am Zeigezeh, die aber nach einem Sockenwechsel keine Probleme macht. Insgesamt schmerzen und vor allem JUCKEN mir die Füße. Das Gesäß klagt auch, aber für den zweiten Tag fühle ich mich richtig gut. Michael hat hie und da noch Probleme mit der Wade und hat es auch ein bisschen am Rücken – müssen wir uns doch erst wieder an das Rucksacktragen gewöhnen.

Übrigens:

  • Kommentare zu den Unterkünften gibt es in der Linkliste “Unterkünfte”
  • Hatten wir heute Abend eine leckere Renke Müllerin Art
  • Sind diese Trageschlaufen, in die man die Hände auf Brusthöhe einhängen kann super praktisch. Ist doch das Armerunterhängenlassen auf Dauer unangenehm.

Und hier natürlich der Limerick des Tages:

Es war eine Dame in Berg,
die kaufte ihre Tassen ab Werk.
Das Werk machte dicht,
keine Tassen in Sicht,
für die durstige Dame in Berg.

Bild folgt, Internetverbindung ist heute einfach zu lahm (GPRS).